Jazz-Kalender
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Die zur Jahrtausendwende in Paris gegründete Dancefloorjazz-Formation NOJAZZ konnte sich in kürzester Zeit einige außergewöhnliche Meriten erwerben.

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Die zur Jahrtausendwende in Paris gegründete Dancefloorjazz-Formation NOJAZZ konnte sich in kürzester Zeit einige außergewöhnliche Meriten erwerben. Nachdem das Quintett nahezu zwei Jahre ununterbrochen Auftritt an Auftritt gereiht und jeweils ein begeistertes Publikum atemlos zurückgelassen hatte, war als Produzent ihres Debütalbums zunächst Norman Cook alias Fatboy Slim im Gespräch. Tatsächlich wurde dieses Gerücht von der Realität noch überboten: Als "noJazz" 2002 erschien - auf Warner, auch dies beileibe keine Selbstverständlichkeit für das Debüt einer noch relativ unbekannten französischen Band - war kein anderer als Teo Macero für die Produktion verantwortlich. Der US-amerikanische Saxophonist, Komponist und Producer ist vor allem bekannt für seine Zusammenarbeit mit Miles Davis, dessen Alben der späten 60er und frühen 70er von Macero nicht nur produziert, sondern auch mittels kongenialer Schnittführung editiert wurden. Das Echo auf "noJazz" war überaus positiv, es folgten Tourneen durch ganz Europa, die USA, Kanada und Japan sowie 2004 das Remix-Album "NoLimits". Außerdem waren NOJAZZ mit der Chanson-Legende Claude Nougaro im Studio - nur wenige Wochen vor dessen Tod. 2005 erscheint mit "Have Fun" das bereits dritte Album von NOJAZZ: diesmal ist Wayne Vaughn mit der Produktion betraut, als Mitglied von Earth, Wind & Fire eine Schlüsselfigur der Black-Music-Szene, der auch die Kontakte zu weiteren Gästen wie Stevie Wonder, der Violinistin Karen Briggs und Terrace Martin, dem DJ und musikalischen Leiter von Snoop Doggy Dog, hergestellt hat. HipHop, Funk und Soul auf der einen, Jazz, Dub sowie nah- und fernöstliche Einflüsse auf der anderen Seite bilden die Basis der Soundmixtur von NOJAZZ, die ebenso undogmatisch wie spannend ist: die Energie von James Brown, die kosmische Vision von Sun Ra, die Präzision der Talking Heads, die Intensität von Frank Zappa, die Vitalität der Beastie Boys, der Humor von George Clinton, die Verrücktheit von Gong, der Bauhaus-Disco-Sound von Chic und die spezielle Würze von Kid Creole stellen ihre Leit-Referenzen dar. "Die Zukunft des Jazz muss NOJAZZ genannt werden", formulierte die große französische Tageszeitung Le Monde, Kulturnews berichtet euphorisch von einer Begegnung zwischen Manu Chao und Air.