Jazz-Kalender
25.08.19 06:26:33|Besucher online: 418|Konzerte:941|gerade gesucht: Konzerte Berlin
Jünemann, Ulli 'jazzulli'

Ulli Jünemann "jazzulli"

Instrument(e): Altosaxophone, Sopranosax, Soundeffects, Ableton

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Homepage: jazzulli.de

Dozent u.a.: Konservatorium Heppenheim & Mainz, Musikschule Niedernhausen, Hochschule für Musik Franz Liszt, Weimar
Tourneen und Gigs mit:
Ack van Rooyen, John Marshall, Silvia Droste, Martijn Sohier, Jens Loh, Hugo Read, Frank Timpe, Wolfgang Schmidtke, Thomas Siffling, Jens Düppe, Keith Copeland, Jasper van’t Hof,
Bobby Shew, Hugh Fraser, Slide Hampton, Adam Nussbaum, Ingrid Jensen, Ugonna Okegwo,
Jon Wikan, Ian McDougal, Gerald Wilson, Arnie Chekovsky, Peter King a. m. m.

Flagge englisch Ulli Jünemann "jazzulli"

Neuburg

Mit dem äußerst versierten Mainzer Saxofonisten Ulli Jünemann und seinem Quartett gastierte am Samstag im Birdland wieder ein exzellentes, international besetztes Ensemble aus dem Bereich des Hardbops.

Dass dieser Hardbop auch richtig swingen kann, dafür sorgt vor allem Adam Nussbaum an den Drums, der zur absoluten Oberliga seines Faches zählt. Mit seinem unwiderstehlichen Verve gibt er das (meistens straffe) Tempo vor. Der feinfühlige und nuancenreich agierende Jeanfrancois Prins an der Gitarre bildet sozusagen den Gegenpol zu Saxofon und Schlagzeug. Ergänzt und abgerundet wird der Vierer durch den vielgefragten und präzise agierenden Bassisten Jay Anderson.

Kerniger Sound

Zusammen entsteht so ein kerniger und knackiger Sound, der sich von einem leichten Hauch bis zu einer erfrischenden Brise erstreckt.

Das dargebotene Programm ist spannend und abwechslungsreich. So geht es bei „Paid Nice“, einer Hommage an Thelonious Monk, oder „Doobee“ im Stile à la Charlie Parker ziemlich zur Sache. Der stramme, stakkatoartige Rhythmus und die prägnant und kurz gesetzten Riffs von Saxofon und Gitarre verleihen den Stücken seinen herben Reiz.

Paying Dues“, das geradezu funkig daherkommt, wird durch

einen unter Volldampf stehenden Nussbaum an den Drums stetig vorwärtsgetrieben.

Dazwischen gibt es aber auch immer wieder ruhigere Stücke, wie die Standardballaden „Deep In A Dream“ und „I’ll Be Seeing You“, in denen Gitarrist Jeanfrancois Prins auch sein veritables Können als Sänger unter Beweis stellt. Von diesem stammt auch die Ballade „Central Park“, versehen mit einer geschmackvollen Melodie, aber auch mit reizvollen kleinen Ecken und Kanten. Der Bossa-Rhythmus bei „Boo Hoo“ macht dann auch noch richtig „beswingt“. Und der als zweite Zugabe, fast launig dargebotene Jazzwalzer „My Prince Will Come“, beendet diesen ausgezeichneten Musikabend. Fazit: Ein spannendes und erfrischendes Konzert, das Publikum wie Musikern sichtlich Spaß machte! (wuc)