Jazz-Kalender
26.06.19 12:26:21|Besucher online: 964|Konzerte:1080|gerade gesucht: Charlotte Greve

Flagge englisch Bratsch

„Urban Bratsch“ heißt das neue Album der französischen Band, das am 14.Oktober 2011 bei world village / Harmonia Mundi erscheint und BRATSCH auch wieder für einige Konzerte nach Deutschland bringen wird. 

BRATSCH genießen nicht nur in ihrer Heimat Kultstatus, ihre Popularität reicht weit über die Grenzen Frankreichs hinaus. Überall auf der Welt haben sie in 36 Jahren Bandgeschichte ihre,imaginäre Folklore?, wie sie ihre Musik selber beschreiben, gespielt. In Deutschland gaben sie seit 1994 fast 300 Konzerte.

Bratsch in ein musikalisches Genre einzuordnen ist nicht einfach. 

 „Bratsch sind die wohl beste Band, die je Jazz, Klezmer, südosteuropäische und Romamusik vermischte.“ (Concerto)

Ihre Interpretationen der unterschiedlichen Stile der Weltmusik, ob Balkan, Gipsy, jiddische Musik, Klezmer, Musette, Rembetiko oder französisches Chanson, die sich mit Jazz und Improvisationen mischen, sind außergewöhnlich und mitreißend. Gustav Mahlers Satz „Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche“ könnte als Überschrift über dem musikalischen Schaffen von BRATSCH stehen.

Fußend auf Traditionen, verändern BRATSCH deren Stilistiken, indem sie ihnen neues Leben einhauchen. 

Ihre Freude zu improvisieren, zu variieren und ständig Neues in die Musik einfließen zu lassen ist gepaart mit großem Spielwitz und hoher Professionalität, was sich besonders bei den Liveauftritten der Band zeigt. Ihre Konzerte sind ein Erlebnis der Sinne, intensiv und überraschend, voller Lebensfreude und Energie. Ruhige Chansons finden sich bei BRATSCH ebenso wie wilde Gipsy-Klänge oder Lieder, die fröhlich und traurig zugleich sind. „Melancholische Balladen, herzzerreißende Liebeslieder und dann wieder ein abrupter Ausbruch der Heiterkeit.“ (SZ)

Mit ihrer Musik erzählen BRATSCH kleine Geschichten, die sich über die Sinne auch ohne Textverständnis für den Zuhörer erschließen. Nach „Plein du Monde“ (EMI), das Album, auf dem Künstlerfreunde der Band, u.a. Lhasa, Khaled und Charles Aznavour, ihre Versionen von BRATSCH-Stücken mit ihnen einspielten, kehren sie in die Intimität ihres eigenen Kosmos zurück und begeben sich mit „Urban Bratsch“ in die Mythen der Städte. 

Jede Stadt hat ihre Geschichte, Musik, Sprache – ihre Traditionen. Für den Reisenden, den Besucher auf Zeit, verbindet sich dies mit seinen persönlichen sinnlichen Eindrücken, den Gerüchen, Klängen, Bildern dieser Städte und der eigenen Kultur. Basierend auf den Traditionen der bereisten Städte entstehen daraus eigene Vorstellungen, Träume, Sehnsüchte. BRATSCH haben genau dies von ihren zahlreichen Reisen mitgebracht und musikalisch auf „Urban Bratsch“ umgesetzt in grenzüberschreitende Musik, ohne die eigene Heimat aus den Augen zu verlieren. So wurden die meisten Songs in Paris geschrieben, und es gibt einige überraschende Songs in französischer Sprache.

Das Erscheinen des neuen Albums ist allerdings nicht die einzige Neuigkeit, mit der BRATSCH aufwartet. 

Nach 36 Jahren Bandgeschichte hat sich ein Generationswechsel vollzogen, der sich aus ihren eigenen Reihen ergab. Théo Girard, der Sohn des BRATSCH-Violinisten Bruno Girard, kam in diesem Jahr als neuer Bassist in die Band. Er ist damit der Jüngste in der „ältesten Boy-Group Frankreichs“ und wird sicher für frischen Wind sorgen. Jeder einzelne Musiker hat mit seinem Instrument, seinen Ideen BRATSCH zu der Band gemacht, die sie heute ist. Deshalb darf man auf das gespannt sein, was Théo Girard in die Band einbringen und womit er BRATSCH bereichern wird.

 

Die Tournee der „Balkan-Blues-Brothers“, wie die Presse BRATSCH jüngst nach einem umjubelten Festivalauftritt nannte, startet in Deutschland am 27.10. in Hamburg. Zum Konzert in Berlin am 28.10. wird der soeben mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnete Musiker Daniel Kahn zu Gast sein. (Text: Silvia Heinz)